Kiefergelenksbeschwerden – CMD
Kopf – und Gesichtsschmerzen

Was versteht man unter CMD?

Der Begriff CMD (Craniomandibuläre Dysfunktion) kommt von

  • Cranium = Schädel
  • Mandibula = Unterkiefer
  • Dysfunktion = Fehlfunktion

bedingt durch Störungen in der Funktion der Zähne, der Kiefergelenke und Kaumuskulatur, sowie der Halswirbelsäule und Schädelknochen.
Negative periphere Störfaktoren führen über Muskelkettenreaktion und kompensatorische Muster (z.B. Haltungsstörungen, Beinlängendifferenz, Beckenschiefstand, etc.) zu häufiger Blockierung der Kopfgelenke und Fehlbelastung der Kiefergelenke.

Gemäß dem Ausspruch von Dr. Adolf „…denke immer daran, dass am Zahn ein ganzer Mensch hängt…“ gibt es eine Wechselwirkung zwischen Bewegungsapparat und Kiefergelenken.

Beschwerden und Symptome:

Die Symptome sind so vielseitig, dass man CMD als „Chamäleon“ bezeichnen kann. (Dr. S. Leder)

  • Kiefergelenkschmerzen
  • Knacken der Kiefergelenke
  • Nächtliches Knirschen der Zähne (Bruxismus)
  • Zusammenpressen der Zähne (Bracing)
  • Kaudruckschmerzen, Zahnschmerzen, Zahnfleischschmerzen
  • Eingeschränkte Mundöffnung
  • Chronische Kopfschmerzen, Schläfenschmerzen, Migräne-Attacken
  • Schmerzen auf dem Kopf, empfindliche Haare
  • Gesichtsschmerzen
  • Ohrengeräusche, Tinnitus
  • Tiefer Schmerz im Ohr, vor dem Ohr
  • Schwindel, Gleichgewichtsstörungen
  • Sehstörungen, Augenflimmern
  • Schluckbeschwerden, Kloßgefühl
  • Taubheitsgefühl im Mund (Zunge, Lippe, Zähne)
  • Unklare Bißlage

Physiotherapeutische Behandlung:

Das Ziel der physiotherapeutischen Behandlung ist, kompensatorische Bewegungsmuster, Muskeldysbalancen Triggerpunktreizungen und Gelenkblockaden auszugleichen, die zur Überbelastung der Kiefergelenke und Malokklusion führen können.

Ein monokausaler Therapieansatz zur Schmerzlinderung ist häufig unbefriedigend. Nur eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Physiotherapeuten, Zahnarzt, HNO und Orthopädie kann eine erfolgreiche ganzheitliche Therapie ermöglichen.

Die physiotherapeutische Behandlung wirkt auch unterstützend bei zahnmedizinischer Schienentherapie (Aufbiss-Schiene, Korrekturschiene)

Physiotherapeutisches Behandlungskonzept:

Weichteiltechniken:

  • Schmerzlinderung
  • Detonisierung der Supra und Infrahyoidalen Muskulatur
  • Schulung der intramuskulären Koordination
  • Ausgleich der Muskeldysbalancen
  • Lösen myofascialer Triggerpunkte in der Frontooccipitalmuskulatur
  • Tonusregulation der Zungenmuskulatur
  • Dekomprimierung der Kaumuskulatur mit Aqualizer – Gelax-Schiene

   Manuelle Therapie:

  • Mobilisation – Traktion zur Entlastung und Förderung der Kiefergelenksbeweglichkeit
  • Normalisierung der Diskusstellung
  • Segmentale Mobilisation der HWS und der atlanto – occipitalen Gelenke Co/C1
  • Fasziendehnungen

Ganzheitliche Therapie:

  • Ausgleichen craniomandibulärer Dysfunktion
  • Ausgleichen orofascialer Dysfunktion
  • Korrektur von Schädelknochenfehlstellungen und Schädelsuturendysfunktionen
  • Ganzheitliche Therapie zur Stimulierung der körpereigenen Abwehrkräfte

Additive physikalische Massnahmen:

  • Thermotherapie – Kryotherapie
  • Ultraschall
  • Elektrotherapie: TENS-Schmerztherapie
  • Manuelle Lymphdrainage
  • Extension-Schlingentisch

 Orthopädische Rückenschule:

  • Erlernen einer optimalen Körperhaltung
  • Rückenmuskelaufbautraining
  • Stabilisation der Kiefergelenke und Wirbelsäule

Patientenmanagement:

  • Anleitung zum Selbstüben
  • Besprechung der Ergometrie am Arbeitsplatz
  • Erkennen und Ablegen spezieller „Habits“
  • Tipps für das Alltagsverhalten
  • Stressbewältigung

Gerne beraten wir Sie in unserer Sprechstunde über eine Physiotherapeutische Therapie bei einer Craniomandibulären Dysfunktion

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